Matias Spescha2024-05-08T11:16:17+00:00

Matias Spescha

Der in Trun geborene Künstler ist hier mehrfach präsent. Nebst den Ausstellungen im Spazi Spescha und der begehbaren Skulptur OGNA befinden sich noch zwei weitere Plastiken auf dem Kunstpfad entlang dem Rhein und eine grosse Plastik vor dem Gemeindehaus Trun.

Matias Spescha steht in der Reihe der bedeutendsten Bündner Künstler zwischen Alberto Giacometti und Not Vital und gilt als ein wichtiger Schweizer Künstler der Nachkriegszeit.

Sein Werk wird auch international rezipiert.

Wandel zur Abstraktion

Nach seinem frühen Wandel vom Naturalismus zur Abstraktion, den Matias Spescha in Paris vollzieht, findet er bereits 1959, kurz nach seinem Umzug ins südfranzösische Dorf Bages, seine eigene Ausdrucksform.

Speschas Wechselbeziehungen zwischen Bages und der Schweiz werden mit den Jahrzehnten stets enger. Dies einerseits aus dem wachsenden Interesse in seiner Heimat an seiner Kunst heraus, was sich in einer zunehmenden Zahl von Ausstellungen und dann auch vermehrt in Auftragswerken und Arbeiten im öffentlichen Raum zeigt.
Anderseits wird diese «Achse» Bages–Trun, mit den Zwischenstationen Zürich und Chur, für den Werdegang vieler junger Bündner Künstler wichtig, die sich von Spescha inspirieren lassen.

Vom Bild zur Plastik

Um 1970 vollzieht Matias Spescha den Schritt zur Plastik, bleibt aber gleichzeitig der Malerei und der Druckgrafik treu. Mit dem Einbezug der dritten Dimension nimmt für ihn der Raum eine zunehmend wichtige Bedeutung ein, er wird zu seinem Grundthema:
«Der Ort seiner Malerei ist der Übergang vom realen in den suggestiven Raum, der Weg vom Aussen ins Innere. Seine Malerei ist eine Kunst der Transzendenz.» (Matthias Frehner in: Matias Spescha, Monografie 2000).

Diese Entwicklung hin zu einer stets asketischer erscheinenden Abstraktion, die dem Betrachter im Raum eine neue Dimension öffnet und ihn so Teil des «Kunstwerks» werden lässt, zeigt sich immer stärker in späten Projekten wie L.A.C., einer Installation im Lieu d’Art Contemporain (2001 in Sigean, Frankreich).

Preise & Auszeichnungen

1986: Preis der Stiftung für Grafische Kunst in der Schweiz
1993: Kulturpreis des Kantons Graubünden
1999: Kulturpreis des Kantons Zürich

Biografie

1925: geboren am 17. Juli in Trun (Bündner Oberland, Graubünden, Schweiz)
1941–1951: Schneiderlehre, Arbeit in der Tuchfabrik Trun
1951–1955: Plakatmaler für das Kino Corso in Zürich
1955–1958: Aufenthalt in Paris, Académie de la Grande Chaumière
seit 1958: Lebt und arbeitet in Bages (Departement Aude, Südfrankreich). Pendelt seither zwischen Bages und Zürich, seinem Zweitwohnsitz.
2008: gestorben am 28. Juni in Zürich

Wichtige Links

Wikipedia-Eintrag zu Matias Spescha
Sternstunde Kunst mit Matias Spescha im Schweizer Fernsehen, kurz vor seinem Tod 2008.
Hommage an Matias Spescha im Haus der Kunst Bages, Frankreich 2009 (Film-Doku zur Ausstellung, mit englischem Kommentar).

Ausstellung im Kloster Schöntal bei Basel 2010/11, kuratiert von Guido Magnaguagno, ab 2012 Präsident der Stiftung OGNA.
Zur OGNA-Eröffnung im Kulturplatz, Schweizer Fernsehen 2013.

Publikationen2024-05-20T15:36:53+00:00

Kataloge & Monografien

2009*
Hommage à Matias Spescha, Maison des Arts Bages, Frankreich

2008*
OGNA – ein Projekt von Matias Spescha in Trun. Broschüre zur begehbaren Skulptur. Bages (Frankreich) / Zürich

2005*
Matias Spescha – Die Druckgraphik 1993–2004. Benteli Verlag, Bern. Erscheint mit der Ausstellung «Matias Spescha – per ils otgonta» im Bündner Kunstmuseum Chur.

2005*
Beat Stutzer, Hg.: Matias Spescha – per ils otgonta. Mit Beiträgen von Peter Killer, Ellinor Landmann, Daniel Schönbächler, Flurin Spescha, Beat Stutzer und Leo Tuor. Bündner Kunstmuseum, Chur

2002*
Matias Spescha – Lac. Katalog zur Ausstellung. Lieu d’Art Contemporain, Hameau du Lac, Sigean (Frankreich). Benteli Verlag, Bern

2000*
Matias Spescha – Monographie. Mit Texten von Matthias Frehner, Flurin Spescha, Beat Stutzer und Beat Wismer. Benteli Verlag, Bern. Erscheint zur Retrospektive im Aargauer Kunsthaus Aarau. Ausführliche Biografie S. 247–261.

1993
Matias Spescha – Die Druckgraphik 1953–1992. Ausstellungskatalog, Bündner Kunstmuseum, Chur

1992
Matias Spescha – L.A.C. Lieu d’Art Contemporain. Katalog zur Ausstellung im Hameau du Lac, Sigean (Frankreich)

1990*
Dr. Rudolf Koella: Matias Spescha – Plastiken 1979–1989. Ausstellungskatalog Kunstmuseum Winterthur

1987
Matias Spescha – Couloir Peint. 19. Biennale von São Paulo, Bundesamt für Kultur, Bern

1987
Yvonne Höfliger: Matias Spescha. Aus der Sammlung des Bündner Kunstmuseums, art mobil 1/1987, Bündner Kunstverein, Chur

1986
Matias Spescha – Ein Bühnenbild zu einer Aufführung des Schauspiels „Das Missverständnis“ von Albert Camus, am Stadttheater Chur. Verlag Galerie Tschudi, Glarus

1975
Matias Spescha – Malerei, Plastik, Grafik, Skizzen + Projekte 1959–1975. Ausstellungskatalog, Bündner Kunstmuseum, Chur

Buch-Illustrationen

Matias Spescha hat mehrere Gedichtbände seines Bruders Hendri Spescha künstlerisch gestaltet.

1983
Per tei e per mei («Für mich und für dich»). Kleine Trilogie mit 3 Linolschnitten, Verlag Desertina, Disentis.

1975
Sendas («Pfade», rätoromanisch), 12 Gedichte und 3 Linolschnitte, limitierte Auflage im Eigenverlag.

1963
Alla notg («An die Nacht», rätoromanisch). 5 Sonette und 3 Linolschnitte, bibliophile Edition im Eigenverlag.

1958
Sinzurs («Antwortstimmen», rätoromanisch). Gedichte und Grafiken, Dersertina Verlag, Disentis.

Filme über Matias Spescha

2013
Anfangs nur ein Traum – wie Matias Spescha posthum zum Denkmal kam. Bericht zur Eröffnung von OGNA, Kulturplatz, Schweizer Fernsehen SRF.

2008
Sternstunde Kunst – ein Porträt des Künstlers Matias Spescha. Edition: Schweizer Fernsehen SF DRS, realisiert von Bertilla Giossi

2001
Begegnungsorte. Ein Film realisiert von Bertilla Giossi. Edition: Radio e Televisiun Rumantscha (RTR), Graubünden

1998
Alois Carigiet – Matias Spescha. Ein Film von Radio e Televisiun Rumantscha (RTR)

1992
Reportage zur Ausstellung im L.A.C., Télévision Montpellier, Frankreich

1992
Cuntrasts. Film zur Ausstellung von Matias Spescha im L.A.C. Lieu d’Art Contemporain, Sigean. Realisiert von der Televisiun Rumantscha (RTR).

1990
Matias Spescha. Film realisiert von Edith Jud, deutsche und französische Version. Edition: Verein Künstler-Video-Dokumentation, Peter Münger

1969
Matias Spescha. Film von Radio e Televisiun Rumantscha (RTR), realisiert von Hendri Spescha, Domat/Ems, Graubünden

Bestellungen

Die mit * gekennzeichneten Publikationen können Sie unter
info@trun-cultura.ch bestellen.

Nur wenige Monografien und Kataloge sind im Buchhandel antiquarisch erhältlich, z.B. bei Abe Books, oder die umfassende Monografie (2000) beim Buchhaus.

Vergangene Ausstellungen2024-04-14T17:08:11+00:00

Einzelausstellungen

1956
Galerie Zopfi, Schwanden, Glarus
1962, 65, 66, 72, 80, 89
Galerie Renée Ziegler, Zürich
1971
M.I.C. Projets pour sculptures, Narbonne, Frankreich
1974, 78, 84, 85
Galerie Stampa, Basel
1975
Bündner Kunstmuseum, Chur
1980
Neustadt 69, Schaffhausen
1983
Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen
1988
Biennale São Paulo, Brasilien
1989
Centre Culturel Suisse, Paris
1992
L.A.C. Lieu d’Art Contemporain, Hameau du Lac, Sigean, France
1993
Bündner Kunstmuseum, Chur, Graubünden (Grafisches Werk)
1993
L.A.C. Lieu d’Art Contemporain, Sigean, France (zwei Ausstellungen)

1994, 1998, 2006
Galerie Werner Bommer, Zürich
1995, 2003
Espace d’Art Contemporain Gustave Fayet, Serignan, Frankreich
1998, 2000, 2003, 2006, 2008
Galerie Elisabeth Costa, Pontresina, Graubünden
2000
Retrospektive, Kunstmuseum Aarau
2005
‚Per ils Otgonta‘ (Zum Achtzigsten) im Bündner Kunstmuseum Chur
2008
L.A.C. Lieu d’Art Contemporain, Hameau du Lac, Sigean, Frankreich
2009
Hommage à Matias Spescha, Maison des Arts, Bages d’Aude, Frankreich
2011
Die heroischen Jahre: Lenz Klotz und Matias Spescha, Bündner Kunstmuseum, Chur

Gruppenausstellungen

1952 – 2008
Teilnahme an zahlreichen Kollektivausstellungen im In- und Ausland
2007
Letzte Doppelausstellung: Matias Spescha – Venice Spescha, Galerie Hans Trudel-Haus Baden, Aargau

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